Freitag, März 09, 2007

Verlaß dich nicht auf Menschen!

Menschenruhm - kein Heiligtum!
Heute will man dich vergotten,
Morgen hörst du dich verspotten.
Suchst du nur bei Menschen Ehr,
Hast du wenig, suche mehr!

Menschengunst - ein Nebeldunst!
Die dich liebend heut umfassen
Können morgen dich schon hassen.
Drum sei weise, nur der Tor
Stützt sich auf ein schwankend Rohr.

Menschengruß - kein sichrer Fuß!
Mancher fragt, wie's dir ergehe;
Ging's dir wohl, so tät's ihm wehe.
Süße Worte, falsche Treu,
Das ist in der Welt nicht neu.

Menschenwort - kein fester Hort!
Heute heißt's: mein Wort zum Pfande;
Morgen: ich bin's nicht imstande.
Drum der Spruch: Ein Wort, ein Eid!
Gilt nicht mehr in unsrer Zeit.

Menschenmacht - sinkt über Nacht.
Die noch heut wie Berge stehn
Kann der Wind wie Spreu verwehn.
Wer auf Menschenmacht vertraut,
Hat sein' Grund auf Sand gebaut.

Menschenglück - kein Felsenstück.
Mag der Morgen froh erscheinen,
Abends kannst du dennoch weinen.
Auch das heiterste Gesicht
Ist ein Spiegel, der zerbricht.

Menschenzeit - sie reicht nicht weit.
Mancher denkt hinaus auf Jahr',
Morgen liegt er auf der Bahr';
Denn der Tod hält raschen Schritt
Und fragt nicht: willst du auch mit?

Fragst du nun: wo sichrer ruhn?
Ruh in Gott! Ihm glaub und traue,
Zu Ihm bet' und auf Ihn schaue,
Er bleibt GOTT, wenn alles fällt.
Selig, wer zu Ihm sich hält.

Nihil obstat: Julius Desfossez, libr. cens. - Imprimatur: Friburgi Helv., 21. IX. 1953 L. Waeber, vic. gen. - Kanisius-Verlag, Freiburg / Schweiz

Samstag, Februar 03, 2007

Wer ist katholisch? - Wer nicht? - Zum Dritten

Christus selbst hat uns nichts Schriftliches hinterlassen und hat auch seinen Jüngern in keiner Weise befohlen, seine Worte aufzuzeichnen. Aber er hat mehr getan. Er hat seiner Stiftung der Kirche, seinen Geist, den Heiligen Geist, die dritte göttliche Person, gesandt zu einer doppelten Aufgabe. Der Geist soll die Jünger alles lehren und sie an alles erinnern, was er gesagt hat (Jo 14,26). Damit aber nicht genug. Der Geist der Wahrheit wird die Jünger hinführen zur vollen Wahrheit, weil sie jetzt "es nicht tragen können" (Jo 16, 13. 12). Die Wahrheit, die Christus verkündete, hat somit noch nicht ihre letzte Entfaltung erreicht, dies zu tun, ist Sache des Heiligen Geistes. Der Herr beschreitet demnach, wie so oft den Weg der Mitte. Was er den Seinen hinterläßt als Erbe ist nichts Starres, Unbewegliches, aber auch kein planloses Ausufern, sondern eine durch den Heiligen Geist vollzogene Entwicklung jener Warheit und Lehre, die Christus von dem hat, der ihn gesandt hat, vom Vater (Jo 7, 16; 8, 26. 28). Nun ist ein Teil von dem, was Jesus im Auftrag des Vaters gesagt und verkündet hat (Jo 12, 49) im neuen Testament schriftlich niederlegt. Aber wer bürgt nach Abschluß der neutestamentlichen Offenbarung für die Weitergabe der Wahrheit durch den Heiligen Geist? Wer garantiert, daß die Hinführung zur "vollen" Wahrheit in der richtigen Weise erfolgt? Zu diesem Zweck hat Christus das Lehramt der Kirche eingesezt, bestehend aus den Nachfolgern der Apostel, aus Papst und Bischöfen, und er hat es so stark an sich gebunden, daß er sagen konnte: "Wer euch hört, der hört mich" (Lk 10, 16). Nun darf man ja nicht meinen, daß das Charisma der Wahrheit sich beschränke auf Papst und Bischöfe. Es gibt in der Kirche keine Glaubenserkenntnis, "die nur ein Erkennen einzelner und nicht zugleich auch ein Erfahren und Lieben der vielen wäre im Heiligen Geist. Jedes neue Dogma ist in diesem Sinn auch zugleich aus der Liebe geboren, aus dem Liebesleben der Glaubensgemeinschaft, aus dem Herzen der betenden Kirche. Jedes Dogma trägt die Weihe der Ehrfurcht und des Ernstes, der Gewissenhaftigkeit und der Treue, der Innigkeit und der Hingabe, mit der die Gemeinschaft der Glieder Christi in Liebe festgewurzelt und gegründet (Eph 3, 17) das Zeugnis Christi in sich befestigt (vgl 1 Kor 1, 6). Es ist in der Regel das "Gesetz des Betens" (lex orandi), das ungeschriebene Gesetz des betend erlebten, durchlebten Glaubens, das seiner autoritativen Formulierung als Glaubensgesetzt (lex credendi) vorausgeht". ...
"Danken wir Gott, daß wir wenigstens in religiösen Fragen noch eine Autorität bestizen, die kraft ihres obersten Lehramtes in Sachen des Glaubens und der Sitte das letzte, entscheidende Wort zu sprechen hat! Die religiösen Fragen bilden einen so unveräußerlichen Anteil des menschlichen Geisteslebens, daß der ehrlich forschende Menschengeist unvermeidlich immer wieder auf das religiöse Fragegebiet kommt. Sucht dann der forschende Geist Antwort auf die letzten Fragen und Ziele des Lebens, dann weist das kirchliche Lehramt Weg und Richtung, damit wir nicht "umhergetrieben werden von jedem Windstoß der Meinung, preisgegeben menschlichem Trug und hinterlistiger Verführung " (Eph 4,14). Werden die göttlichen Wahrheiten mit menschlichen Irrtümern vermischt, dann nimmt das kirchliche Lehramt die Wurfschaufel zur Hand, um den Weizen von der Spreu zu sondern. Drängen sich religiöse Kurpfuscher an das Volk heran, die ihm Steine statt Brot und Schlangen statt Fische reichen, dann erhebt der heutige Petrus seine Stimme mit den Worten des ersten Petrus: "Brüder, nehmt euch in acht, damit ihr nicht durch den Irrtum der Toren mitfortgerissen werdet und eure eigene Festigkeit verliert" (2 Petr 3, 17). (Kardinal Faulhaber)

(Bischof) + Rudolf Graber, Regensburg, 2. Juni 1978, am Fest des göttlichen Herzens Jesu in "Summa Pontificia".

Montag, Januar 29, 2007

Eliane Gaille - das Beispiel einer falschen Begnadeten

Die Gläubigen erwarten — wie an anderer Stelle gesagt — mit Recht, daß ihnen in dieser Zeit der Finsternis, der Eklipse des (heilsam funktionierenden) kirchlichen Lehr- und Hirtenamtes, der Himmel zu Hilfe eilt. Und ich bin überzeugt, daß er das auch tut. Aber er tut es nicht auf die Weise, wie viele es erwarten und sich vorstellen. Nicht plakativ, nicht marktschreierisch, sondern diskret, sehr diskret, und heute noch mehr im Verborgenen denn je! Gemäß dem Evangelisten Matthäus (7,6) gilt für ihn erst recht — wenn schon für uns —: "Gebt das Heilige nicht den Hunden preis und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor! Sie könnten sie sonst mit ihren Füßen zertreten, sich umwenden und euch zerreißen." Und es war schon immer so, daß wo Licht ist, auch Irrlichter sind. Gott hat uns in diese Welt gesetzt, um uns zu prüfen. Unser Glaube und unsere Liebe sollen erprobt werden. Wir müssen den guten Kampf kämpfen, den Lauf vollenden, den Siegespreis erobern. Wir können nicht erwarten, daß uns alle Weisung, aller Segen und alles Heil in den Schoß fällt. Hat unser Herr Jesus Christus auch den Hauptteil geleistet und erbringt Er ihn auch immer weiter, wir müssen fraglos den unseren tun. Und dazu gehört, daß wir die Lichter, die Geister unterscheiden, daß wir alles prüfen und nur das Gute behalten!
Da ist nun gerade zu der Zeit, als Erzbischof Marcel Lefebvre sein Werk gründete und aufbaute, auch eine "Begnadete" aufgetreten in Fryburg, in Freiburg im Üchtland in der Schweiz, also an dem Ort, wo die Priesterbruderschaft St. Pius X. das Licht der Welt erblickte. Und offenbar sollte dieses "Sprachrohr des Himmels" die durch den in der nachkonziliaren Amtskirche grassierenden Modernismus verunsicherten und verführten Gläubigen dem Erzbischof und seiner Priesterbruderschaft zuführen (helfen). Und wie es in solchen Fällen eben geht: am Anfang weiß man nie recht, was man davon halten soll. Es sieht nicht unbedingt verdächtig aus. Die Sache könnte unter Umständen echt sein. So ist es sicher richtig, daß man vorerst offen dafür bleibt. Bis man eben Anhaltspunkte hat für einen begründeten Verdacht auf Unechtheit. Falsch ist es sicher, einer solchen "Offenbarungsquelle" unkritisch, vorbehaltlos aufnahmebereit gegenüberzustehen. Meistens wird es sich ja erst mit der Zeit herausstellen, ob das "Werkzeug" genuin ist oder nicht.
Nun wollen wir "im Zeichen Mariens" auch diese von dort in Fülle ergangenen "Botschaften" (auszugsweise) einmal einer näheren Betrachtung unterziehen, und wir werden gleich sehen, daß es sich dabei unmöglich um echte handeln kann. Die Widersprüche sind derart, daß man sie nicht dem wahren Himmel anlasten darf und kann! Ich zitiere aus dem Büchlein "Botschaften an die Welt" (1965-1975, neue Auflage, 144 S., Fondation Notre-Dame Reine de l'Univers et de tous les coeurs, Fribourg, Case postale 1, CH-1628 Vuadens)
Am 3. September 1973 sprach (angeblich) der "Herr" zu Eliane Gaille: "Die Kirche ist auf eine schiefe Bahn geraten. Sie gleitet mehr und mehr abwärts. Die Zahl Meiner Diener, die Mir treu bleiben, die bereit sind, wirklich alles auf sich zu nehmen, sogar die Verfolgung, um in der Wahrheit und der Tradition zu bleiben, verringert sich von Tag zu Tag. Die Kirche steuert heute einen abweichlerischen Kurs."
Bis hierhin könnte man denken: o.k., das stimmt, dem ist so. Aber nun folgt gleich schon die erste Aussage, die nicht, die unmöglich von Jesus Christus stammen kann: "So kann Ich sie nicht mehr als Meine Kirche anerkennen...". Und am 24. Februar 1974 heißt es dann schon ganz kategorisch und pauschal: "... Die offizielle Kirche ist nicht mehr Meine Kirche." Und am 10. Juni 1975: "...denn je mehr ihr vorwärts-schreitet, desto schwieriger wird eure Lage, eure Lage gegenüber euren Familien, gegenüber euren Kindern, es sei denn, ihr versteht es, eure Kinder wirklich so zu erziehen, wie Ich das immer gelehrt habe.
Seid euch indessen aber klar bewußt, daß das eine gänzliche Absage an die Welt und eine völlige Verwerfung der offiziellen Kirche bedeutet. Seid euch bewußt: wenn ihr aufrichtig gewillt seid, zu Mir und zu Meiner heiligsten Mutter zu stehen, dann dürft ihr mit der offiziellen Kirche überhaupt nichts mehr zu tun haben wollen."

Da haben wir's! Erkennt Ihr den Pferdefuß, den Teufelspfoten? Dieser "Herr" der "Begnadeten" hat also die ganze offizielle katholische Hierarchie, Papst Paul VI. und alle Kardinäle und alle Bischöfe und alle Priester weltweit bereits abgeschrieben, bereits verworfen! Oder etwa nicht? Doch, aber das Verrückte ist nun, daß er nicht etwa, wie man es logisch folgern würde, wie es denknotwendig wäre, den Papst (Paul VI.) mitsamt dieser offiziellen Kirche verwirft, sondern diesen Paul VI. im Gegenteil durchs Band in Schutz nimmt. So heißt es unterm 1. Oktober 1975: "... es wäre euch klar zum Bewußtsein gekommen, wie verkehrt es ist, den Papst zu kritisieren, dem Papst irgendeine Schuld anzulasten. Nein. Er ist Mir treu, er ist treu der Tradition, er ist treu der Kirche der Jahrhunderte, der Kirche, wie sie immer war. Aber die andern, die unter ihm stehen, diese sind die wahrhaft Schuldigen." Ein typisch satanisches Verführungsspiel in solcher Situation! Alle Untergebenen, alle Untergeordneten, alle Abhängigen, alle Gehorsampflichtigen werden (pauschal) beschuldigt, und nur der Hauptverantwortliche, der Generalbevollmächtigte, der Unabhängige, der, der alle Fäden souverän in Händen hält, der Befehlshaber und Befehlende, wird freigesprochen. Typisch die satanische Ungerechtigkeit, die teuflische Umkehrung der Werte! Es ist ja dem höllischen Widersacher auch ein leichtes, den Einen "in Schutz zu nehmen", da es den Gläubigen viel schwerer fällt, diesen Höchsten, diesen Fernen, diesen Abgeschiedenen, diesen Unnahbaren schriftlich oder mündlich, persönlich oder durch Vermittler, zu befragen und ihn frei von allem positiven Vorurteil, frei von Emotionen, zu beurteilen. Aber es ist auch klar, daß der Widerpart Christi so handelt. Er kann die Frommen eben nur einigermaßen erfolgversprechend verführen, wenn er sie an ihren Schwachstellen packt. Eine davon ist der Papst. Wenn er als Erscheinender und/oder Botschaftengebender (als verkappter "Lichtengel") so tut, als stehe er ganz hinter dem Papst, dann werden ihm die Unbedarften sicher viel eher Glauben schenken. Nur nicht den Papst beschuldigen, das taugt nichts für sein Verführungsspiel.
So klagt er am 14. Mai 1974: "...mein Stellvertreter auf Erden leidet heute so schwer, wie wenn er am Karfreitag ans Kreuz geheftet wäre. Er erleidet die Passion Meiner Kirche, die Passion dessen, was Mir am allerteuersten ist. Niemand kann das verstehen außer Meiner heiligsten Mutter und Ich, die ihm schützend zur Seite stehen... Eure Aufgabe ist es, dem Papste Mut zu machen, damit er unbeirrt und tapfer am überlieferten jahrhundertealten Glaubensgut und an der Tradition, wie sie in den Herzen des treukatholischen Volkes allezeit tief verankert war, festhält."
Und er verteidigt Papst Paul VI. weiter: (9. Juli 1974) "Und ihr fragt euch noch, warum Mein heutiger Stellvertreter auf Erden seiner Aufgabe scheinbar nicht gerecht wird? Er ist ein Gefangener. Er ist genau so gefesselt wie Petrus gefesselt war in der ersten frühchristlichen Zeit. Er ist unfähig, auch nur die geringste freiwillige Bewegung auszuführen. Aber ihr bringt es einfach nicht fertig, das zu verstehen..."
Wahrhaftig, ich bringe dieses Kunststück nicht fertig. Wie sollte man einen solchen Unsinn auch verstehen können! Papst Paul VI. ein Gefangener, wie ein Vogel in einem Käfig, wie Petrus an Ketten und mit Handschellen! Weil man sich das eben zurecht nicht vorstellen kann, da ja Paul VI. während all dieser Zeit nachweisbar als freiester Mann redete und handelte (man konsultiere nur einmal z.B. den Osservatore Romano oder Bücher wie "Papst Paul VI., Wort und Weisung im Jahr 1974"), ist dann später (durch andere "Sprachrohre" (derselben Quelle) dieser Legende von der Gefangenschaft des Papstes noch die zweite Komponente hinzugefügt worden, jene des Vorhandenseins eines Doppelgängers.
Aber obschon er (der "Herr") ihn (den gefangenen Paul VI.) doch auch nicht ganz ungeschoren davonkommen lassen kann; denn er gibt immerhin zu: "... Seine (Pauls VI.) Aufgabe besteht darin, zu leiden und das Martyrium auf sich zu nehmen, um damit die Irrtümer wieder gutzumachen, die er selber begangen oder die er nicht abgewehrt hat, weil er zu entgegenkommend, zu freizügig sein wollte..." (11.12.73) und: "...Mein Stellvertreter auf Erden hat sicherlich gewisse Fehler begangen. Aber er hat sich inzwischen von diesen Fehlern abgewandt und ist zurückgekehrt, auch wenn die Welt das nicht weiß..." (1.10.74) und wird beim Gedanken daran sogar selber ungeduldig: "... und vor allem würde sie Meinem Stellvertreter auf Erden Gnaden der Kraft und Entschlossenheit schenken, auf daß er den nötigen Mut faßt, sich endlich einmal klar und deutlich auszusprechen..." und räumt auch ein: " ... wenn euch manchmal seine Haltung fragwürdig erscheinen will, auch wenn ihr bisweilen ungeduldig werdet, weil der Papst nicht immer so im Sinne der Tradition spricht, wie ihr es gerne haben möchtet..." spricht er ihn dennoch eindeutig schon zu seinen Lebzeiten heilig mit den Worten: "... Meinen Stellvertreter auf Erden, Paul VI., den ihr jetzt schon als Heiligen verehren dürft, als heiligen Martyrer; denn eines Tages wird er es ja auch werden." (Man beachte an dieser Stelle, daß der "Himmel" hier das Martyrium Pauls VI. prophezeit hat (und zwar nicht ein geistiges, das hatte er ja nach dieser Offenbarungsquelle die ganze Zeit auszustehen), und daß diese Prophezeiung nicht in Erfüllung gegangen ist!)
Dieser Inspirator Eliane Gaille' s hebt aber nicht nur den Papst auf die Altäre, sondern gleichzeitig auch Erzbischof Lefebvre: "Ebenso Meinen sanftmütigen Erzbischof Marcel, auch ihn dürft ihr als Heiligen betrachten und ihn als solchen verehren. Niemand auf der ganzen Erde hat einen so großen Kampfesmut bewiesen, und dies mit einer solchen Standhaftigkeit, mit einer so vollkommenen Beharrlichkeit, mit einer so tiefen Demut und mit einer so engelgleichen Sanftmut wie er." (19.8.1975) (Man vergleiche dies mit den Aussagen desselben "Himmels" an die "begnadete" Justine Klotz, Glonn (Freising), patroniert von HH Pfarrer Karl Maria Harrer, München (der eine ganze Reihe von Schriften von ihr herausgegeben hat, namens "Gott spricht zur Seele"). In der Nacht vom 8. auf den 9.10.1976 will sie über "Bischof" Lefebvre vernommen haben: "Er kann der Kirche mehr schaden als Hitler. ... Es ist etwas in ihm, etwas sehr Böses!" Einmal müssen wir also Erzbischof Lefebvre auf Weisung des "Himmels" als Heiligen verehren und dann wieder, etwas mehr als 1 Jahr später, als jemand so Bösen wie die Pest fliehen, da er mehr schaden kann als Hitler! Herrlich, diese himmlische Harmonie, diese Einheit, nicht wahr? Halt ein richtes Abbild der "Einheit", die derzeit in der postkonziliaren "heiligen" Kirche herrscht!
Es leuchtet aber auch ein, daß Erzbischof Lefebvre als Heiliger verehrt werden soll; denn der "Herr" verlangt, "am heiligen Opfer der tridentinischen Messe festzuhalten" (2.2.1974) ..."Ihr seid dazu gesandt, den Leuten in Erinnerung zu rufen, warum Ich gekommen bin und was Ich gelehrt habe, und daß es darum geht, treu an der Tradition und am heiligen Opfer der tridentinischen Messe festzuhalten..." Und: "... Ich habe nur eine Kirche gegründet und befinde Mich daher nur in einem einzigen Schiffe, nämlich in dem, das im Vollmaß ohne den geringsten Abstrich die gesamte, jahrhundertalte Tradition Meiner Kirche mit sich führt, das unerschütterlich am heiligen Opfer der tridentinischen Messe verankert ist, das kein einziges Wort, kein Jota von einem der heiligen Sakramente preisgibt."
Aber eben, in diesem Schiff ist auch der Papst, obwohl der Papst gar nicht mehr an der tridentinischen Messe festhält, ja sie sogar verbietet. Desungeachtet verlautet: "Nur wer sich in diesem Schiffe befindet und treu zu Meinem Stellvertreter hier auf Erden hält, nur der wird heil ans Ziel gelangen." (21.1.1975) "Ich will, daß ihr euch mehr und mehr an den hl. Vater anschließt, daß ihr ihm fest verbunden bleibt. Vergeßt nie, daß er Petrus ist, Petrus in eurem Schiffe. Weil er Petrus ist, seid ihr ihm gegenüber zur Treue verpflichtet."
Wie soll man dies nur bewerkstelligen: an der heiligen Messe aller Zeiten festhalten und zugleich am Papst, der sie verbietet? Einige haben eben dies versucht. Und sie wurden dabei buchstäblich zerrissen!
Laut Eliane Gaille sind Paul VI. und Erzbischof Lefebvre eins und heilig und gehören ins gleiche Boot. Denn: "Niemand darf heute verkennen, daß es zwei Kirchen gibt: Meine Kirche mit Meinem sanftmütigen Stellvertreter auf Erden, Paul VI., und die offizielle Kirche mit der gesamten Hierarchie unterhalb Meinem Stellvertreter. Diese offizielle Kirche muß ich aber verwerfen, weil auch sie Mich verwirft; denn alle diejenigen, die Meinen milden, gütigen Erzbischof Marcel verurteilt haben, geben sich darüber wohl keine Rechenschaft, daß sie damit Mich ein zweites Mal zum Kreuzestod verurteilt haben. Ich bin es, den sie hinausgeworfen haben. Es hat gerade noch gefehlt, daß hochgestellte Mitglieder der kirchlichen Hierarchie Mich aus der Kirche verjagt haben. Damit ist das Maß wirklich voll geworden." (10.6.1975)
Schon am Passionssonntag 1967 hatte es Eliane in Form eines zweiteiligen Geheimnisses erfahren: "Die Macht des Teufels ist so groß, daß er in die höchsten Bereiche der Hierarchie der Kirche eingedrungen ist ... Wahrhaftig, es ist schrecklich zu sehen, wie der Teufel Macht hat, daß die Kirche selbst, durch die Haltung vieler Priester, unter dem Einfluß einer falschen Autorität ist, welche, DER HEILIGE VATER AUSGENOMMEN, oft nicht mehr dieselbe ist, die vom Heiligen Geist angegeben ist."
So sehen wir also: das Orakel von Fribourg nimmt kein Blatt vor den Mund. Es verurteilt die Liturgiereform, den Novus Ordo Missae aufs schärfste, den Papst Paul VI. höchstpersönlich und feierlichst promulgiert hat, bei gleichzeitiger Heiligsprechung des Hauptverantwortlichen.
Wer nun, wie wir, aus einer Distanz von 15 Jahren weiß, wie dieser Paul VI. sich Erzbischof Lefebvre und der "tridentinischen Messe" gegenüber verhalten hat, der kann doch nicht mehr zweifeln, daß diese Eliane Gaille das Opfer teuflischer Inspirationen und Suggestionen und Gaukeleien gewesen ist. Es könnte aber selbst sein, daß der Teufel da nicht viel Anteil daran gehabt hat. Denn es ist durchaus auch möglich, daß dies alles nur das Rendement einer exaltierten Frau und ihrer ebenso exaltierten Umgebung gewesen ist.
Was können wir, was sollen wir daraus lernen? Begnadete, die nicht von strengen und bewährten (möglichst priesterlichen), theologisch und mystisch-aszetisch gebildeten Seelenführern geleitet werden, sind für uns Gläubige keine verläßliche Informationsquelle für himmlische Weisungen. Da ist es tausendmal besser, ins stille Kämmerlein, wenn immer möglich vor den Tabernakel, zu gehen und dort um Erleuchtung zu beten und dann auf die eigene innere Stimme zu vertrauen, aber nie ohne gleichzeitige Orientierung am Lehrgute der heiligen Kirche aller Zeiten! (P.O.S.)

Erstveröffentlichung in "Das Zeichen Mariens", 23. Jahrgang, Nr. 11, März 1990, Seiten 7467-7469

Samstag, Januar 13, 2007

Die Notwendigkeit eines kirchlichen Gesetzes

Es wird sehr viel diskutiert über die Existenz eines kanonischen Rechts, das heißt eines Systems von Gesetzen in der Kirche. Man geht dabei so weit, daß man jedes Bemühen der Kirche um Regelung irgendeiner Sache tadelnd und ironisch als "Juridismus", als Verrechtlichung anprangert und vom kirchlichen Leben ausschließen möchte, gleich als ob fehlerhafte Maßnahmen kirchlicher Gesetzgebung die Verwerfung und Abschaffung solcher Tätigkeit rechtfertigen würden, wobei man sich zwar noch auf bestimmte Stellen der Schrift beruft (vgl. Gal 2,16.18; Röm 4,15), diese aber ungenau auslegt. Man bedenkt nicht, daß "eine Gemeinschaft ohne Gesetz hier auf Erden nach wie vor nur eine Gemeinschaft nach Willkür wäre, ganz abgesehen davon, daß sie keine Gemeinschaft der Liebe wäre oder jemals eine solche sein könnte" (L. Bouyer, L'Eglise de Dieu, S. 596). Heute ist man zwar wohl wie noch nie dem Kirchenrecht gegenüber ziemlich reserviert, und zwar aufgrund einer fehlerhaften Auslegung des letzten Konzils, als ob dieses die rechtlichen und hierarchischen Bande in der Kirche ihrem Wesen nach gelockert hätte. Aber andererseits übersieht man die fortschreitende Tendenz, für alle Ebenen in der Kirche mit Berufung auf ein dringendes Bedürfnis die unterschiedlichsten Neuerungen, die einander bisweilen sogar widersprechen, auch rechtlich festzulegen. Ohne Zweifel steht hinter diesem Vorgehen auch die Absicht nach gesunden Reformen und wünschenswerter Anpassung. Dann stimmt die Kirche heute nicht nur zu, sondern fördert sogar solche Bestrebungen. Doch besteht auch Anlaß zu Besorgnis, da diese rechtlichen Neuerungen mit der Lehre und mit der gültigen Norm in der Lehre der Kirche unvereinbar sein können. Diese Bedenken wiegen um so schwerer, als die Tendenz, die kirchliche Praxis nach neuen, fraglichen Grundsätzen zu verändern, leicht vom rechtlichen in den moralischen Bereich hinübergreift und ihn mit gefährlichen Gärstoffen übeschwemmt und so untergräbt. Zuerst wird dann der klare Begriff des Naturrechts angegriffen, danach die Autorität des positiven Gesetztes, und zwar sowohl im kirchlichen wie im staatlichen Bereich, denn beides steht der Autonomie des Einzelnen oder der Gemeinschaft entgegen. Auf diese Weise nimmt man dem Gewissen eine klare Erkenntnis und sittliche Annahme der objektiven moralischen Verpflichtung. So wird man, wie man sagt, frei und unabhängig. Ja, aber o weh! Zurück bleibt ein blinder Mensch, ohne Kriterium für sein menschliches Handeln. Er läßt sich dann einfach im Strom treiben und ist den Zufälligkeiten der einzelnen Situationen oder der instinktiven psychosomatischen Antriebe ausgesetzt, ohne jede echte Ordnung und ohne personale Selbstbeherrschung. Und das wird noch gerechtfertigt mit dem falschen Ideal einer Befreiung und mit dem sophistischen Hinweis auf die sich immer weiter ausbreitende sogenannte permissive Moral. Was bleibt dann noch vom Gespür für das Gute und das Böse? Was bleibt von der Würde und Größe des Menschen? Wie wahr ist es doch, daß der Mensch ohne Gesetz nicht mehr Mensch ist! Und nur zu wahr ist es, daß das Gesetz ohne eine Autorität, die es lehrt, interpretitiert und auferlegt, sich leicht verdunkelt, lästig wird und dann verschwindet! Wie muß sich doch unsere christliche Freiheit von jener unterscheiden, die der Apostel Petrus angriff: "Ihr seid wohl frei, aber ihr habt die Freiheit nicht, um sie als Deckmantel für die Bosheit zu gebrauchen, sondern handelt als Diener Gottes" (1 Petr 2,16)! Auch nützt es nichts, gegen die Notwendigkeit eines Gesetzes an die Freiheit des Geistes zu appellieren oder an die "Freiheit (vom jüdischen Gesetz), zu der uns Christus befreit hat" (Gal 5,1). denn er selbst, Christus, hat uns doch gesagt: "Meinet nicht, ich sei gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen" (Mt 5,17). Diese Erfüllung nimmt alles wieder auf und überhöht es im Gebot der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten (Mt 22,37-40). Sie wird zum neuen Gebot, zum Vermächtnis Christi: "Liebet einander, wie ich euch geliebt habe" (Jo 13,34).

Papst Paul VI., 28. Januar 1972.
Aus: "Das Zeichen Mariens", 5. Jahrgang, Nr. 11, März 1972, S. 1540.

Freitag, Dezember 15, 2006

Wer ist katholisch - Wer nicht? - Zum Zweiten

Christus hat Seine Kirche auf (den Apostel) Petrus als sichtbare, lebendige Person gegründet und nicht auf ein (sein) Bekenntnis: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich Meine Kirche gründen (bzw. aufbauen), und Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben." (Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regis coelorum.) (Jo 1,42) Simon Bar Jonas = Simon, Sohn des Jonas, Bruder des Andreas, Fischer aus Bethsaida, wurde von Jesus "Petrus", bzw. "Kephas", d.h. "Stein", "Felsen" genannt, weil er ihn zum Grundstein, zum Fundament der Kirche setzte, weil Er ihn als menschliche Person zu Seinem Stellvertreter berief in der Hirtenaufgabe über Seine Schafe, zum Hohenpriester mit umfassender Binde- und Lösegewalt, mit Voll-Macht: "ALLES, was du auf Erden binden/lösen wirst, wird auch im Himmel gebunden/gelöst sein"! (Mt 16,18f.) "Stärke deine Brüder!" (Lk 22,32) "Weide Meine Lämmer... Meine Schafe!" (Jo 21,15 f.) Und ihm wurde damit der Leitungs- oder Regierungsvorrang (der Primat) über die ganze Kirche Gottes von Christus dem Herrn unmittelbar und direkt verheißen und übertragen. Unter den Zwölfen wurde also Einer erwählt, damit alle ein Haupt haben und so aller Anlaß zur Spaltung behoben sei.
R.H. Benson schrieb in seinen "Bekenntnisse eines Konvertiten": "Der Anspruch Petri bedarf keines Schürfens (in der Heiligen Schrift); wie ein funkelnder Diamant liegt er vor uns, sobald wir uns einmal den Staub antikatholischer Voreingenommenheit aus den Augen gerieben haben... Ich fand im ganzen 29 Stellen in der Heiligen Schrift, später noch einige mehr, aus denen der Vorrang Petri jedenfalls hervorging, und ich entdeckte nicht eine, die dem Auftrag entgegengestanden hätte oder mit ihm unvereinbar gewesen wäre."

Die Peterskirche in ihrem abgebrochenen Zustand

"Als ich die Peterskirche in ihrem abgebrochenen Zustande sah und wie so viele Geistliche auch an dem Werk der Zerstörung arbeiteten, ohne daß es einer vor dem andern öffentlich wollte getan haben, da empfand ich solche Betrübnis darüber, daß ich heftig zu Jesus schrie, Er solle sich erbarmen. Und ich sah meinen himmlischen Bräutigam vor mir, wie einen Jüngling, und Er sprach lange mit mir. Er sagte auch, dieses Wegtragen der Kirche bedeute, daß sie scheinbar ganz sinken werde; daß sie aber auf diesen Trägern (den 12 neuen Aposteln) ruhe und aus ihnen wieder hervorgehen werde; wenn auch nur ein katholischer Christ noch übrig sei, könne die Kirche wieder siegen."

Anna Katharina Emmerich, Pater C.E. Schmöger, C.ss.R., 1870, Band III, Seite 511

PS: Interessant ist, und es paßt sehr gut, gerade heute, am Todestag, bzw. Tag ihres Eingangs in den Himmel (15.12.1904) der hochbegnadeten Mélanie Calvat darauf hinzuweisen, daß auch in den Aufzeichnungen der Seherin von La Salette bezüglich der Regel für Töchter und Söhne des von der Heiligsten Jungfrau für die Zukunft verheißenen neuen "Ordens der Mutter Gottes" die Rede von "neuen Aposteln" ist!

Montag, Dezember 04, 2006

Wer ist katholisch? Wer nicht? - Zum Ersten

KATHOLISCH ist, wer JESUS CHRISTUS als Mensch und GOTT bekennt, Ihn als (einzigen, alleinigen) Retter und Erlöser annimmt und ALLE Seine Gebote und Lehren ohne Einschränkungen (nach Maßgabe seiner Fähigkeiten) hält. Seine Gebote und Lehren sind in der Heiligen Schrift festgehalten oder dort grundgelegt. Aber die Bibel enthält nicht das ganze (explizite) WORT Gottes.
Joh 16,12-15: "Noch VIELES habe Ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht (er)tragen. Wenn aber Jener kommt, DER GEIST DER WAHRHEIT (der Heilige Geist), wird Er EUCH in die GANZE Wahrheit führen. Denn Er wird nicht aus Sich selbst heraus reden, sondern Er wird sagen, was Er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird Mich verherrlichen; denn Er wird von dem, was Mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist Mein; darum habe Ich gesagt: Er nimmt von dem, was Mein ist und wird es euch verkünden."
Wer also die GANZE Wahrheit, bzw. ALLE Wahrheit aus den Heiligen Schriften ALLEIN erkennen wollte, wäre nicht katholisch. Mt 28, 19-20: "Darum gehet hin und LEHRET alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und LEHRET sie halten alles, was Ich euch geboten habe. Und siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt".
Wer nun nicht auf diejenigen hört, die Christus zu Seinen Lehrern und Gesandten gemacht hat, der kann sich nicht katholisch nennen. Der Heilige Geist, also die dritte Person in der Heiligsten Dreifaltigkeit, der also "von dem nimmt, was Christi ist", was nach Seiner Auferstehung und Himmelfahrt Seine Erwählten erst noch "in die GANZE Wahrheit einführt", vollendet folglich das Werk des HERRN im Laufe der Heilszeit(en), in der Zeit nach Christi Wandel auf Erden, in der Zeit, "die kommen wird". Die Kirche Christi wird mithin "bis ans Ende der Welt" "in die GANZE (explizite) Wahrheit geführt". Wer deshalb die vom Heiligen Geist zu Aposteln und Hirten Bestimmten und Eingesetzten ablehnt, kann sich nicht katholisch nennen.